Prof. Dr. Christian Breymann
KI, Chatbots und Krankheitserkennung, Probleme
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Es werden zwei aktuelle Studien beleuchtet: Eine aus "Nature Medicine" über den Einsatz von KI zur Diagnostik und eine aus dem "Jama Journal" über Blutdruckmessungen mit Handgelenk-Geräten. Eine Studie mit 1300 Freiwilligen ergab, dass KI-Chatbots in 40 Prozent der Fälle eine korrekte Krankheitsdiagnose stellten, jedoch in 60 Prozent der Fälle keine. Die Grenzen der KI liegen in der Unfähigkeit, gezielte Nachfragen zu stellen, falls nicht zuvor entsprechende Daten umfassend eingespeist wurden. Die zweite Studie untersuchte Handgelenk-Blutdruckmessgeräte an über 2000 Personen. Dabei wurde festgestellt, dass bei 60 Prozent der Menschen mit Bluthochdruck dieser nicht erkannt wurde und in 8 Prozent der Fälle ein erhöhter Blutdruck fälschlicherweise angezeigt wurde. Diese Geräte messen das Blutvolumen in Kapillaren und nicht direkt den Blutdruck im Gefäß, der von Gefäßspannung und -größe abhängt. Es wird geraten, sich bei der Diagnose und der Erkennung von Krankheiten nicht ausschließlich auf KI oder Handgelenk-Messgeräte zu verlassen, sondern behandelnden Ärzten zu vertrauen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.
KI: Künstliche Intelligenz zur Krankheitsdiagnose.
Chatbot: Computerprogramm für Dialoge mit Nutzern.
Plethysmografie: Verfahren zur Messung von Volumenänderungen.
Gefäßspannung: Spannung in den Blutgefäßen.